Bitte stellt mir keine Support-Fragen, meine RS/6000s sind schon vor langer Zeit den Weg allen Altmetalls gegangen.
Als erstes müssen die Boot-Disketten erstellt werden. Wir brauchen die beiden Images rescue.bin und root.bin aus dem Verzeichnis /dists/woody/main/disks-powerpc/current/chrp/images-1.44/. Der mitgelieferte Kernel linux.bin auf der Rescue Disk läuft nicht auf der Maschine, deshalb ersetzen wir ihn durch einen angepaßten Kernel 2.4.17-pre2-ben0. In diesem Kernel sind alle für die Installation nötigen Treiber einkompiliert. Allerdings nur für die Netzinstallation, d.h. keine SCSI-CD-ROM-Treiber. Es sollte möglich sein, diese bei Bedarf aus den Modulen zu extrahieren und per Floppy nachzuladen.
Das Terminal an den seriellen Port anschließen. Terminalprogramm auf 9600-8N1 einstellen. Auf der Konsole die 0 drücken, wenn die Aufforderung erscheint. Dann die 8 drücken, sobald das Wort »Keyboard« erscheint. So kommt man direkt zum »OK-Prompt«.
Ich habe allerdings eine PCI-Grafikkarte aus einem PowerMac G4-350 entliehen, um die Installation im grafischen Modus auszuführen. Die grafische Konsole wird mit der Taste 2 aufgerufen, dann geht es, sobald das Keyboard-Icon erscheint, mit F8 direkt zum Open-Firmware-Prompt.
Am Prompt dann folgendes eingeben (grafischer Modus):
0 > boot floppy:,\linux.bin root=/dev/fd0 load_ramdisk=1
Oder über serielle Konsole:
0 > boot floppy:,\linux.bin root=/dev/fd0 load_ramdisk=1 console=ttyS0
Wenn angefordert, die Root Disk einlegen. Die Debian-Installation startet wie gewohnt. Beim Partitionieren muß als erste Partition eine 4 MB große »PPC PReP Boot«-Partition angelegt werden. Beispiel-Partitionstabelle:
sda1 Boot Primary PPC PReP Boot 4 sda2 Primary Linux 2000 / sda5 Logical Swap 2048 Swap sda6 Logical Linux 1000 /var sda7 Logical Linux 13000 /home
Jetzt das Netzwerk über das Installationsmenü konfigurieren. Danach würde das Installationsskript in eine Schleife geraten, deshalb rufen wir nach dem Formatieren und Mounten der Partitionen eine Shell auf und machen von Hand weiter:
# cd /target/tmp # wget http://debian.tu-bs.de/debian/dists/woody/main/disks-powerpc/base-images- current/basedebs.tar # exit
Wieder im Installationsskript rufen wir »Installieren des Basissystems« auf und wählen »von gemounteter Partition«, und zwar /target/tmp. Dann wird neu gebootet, diesmal mit der Festplatte als Root:
0 > boot floppy:,\linux.bin root=/dev/sda2
oder
0 > boot floppy:,\linux.bin root=/dev/sda2 console=ttyS0
Dann ganz normal weiter installieren, bis zum Abschluß der Login-Prompt erscheint.
Jetzt tauschen wir den Kernel gegen einen besser angepaßten samt Modulen aus. Die Dateien vmlinux, modules-...tar.gz und System.map runterladen (im Beispiel nach /root/ und am passenden Ort entpacken bzw. kopieren:
# cd / # cp /root/vmlinux . # cp /root/System.map . # cd /lib/modules # tar xzf /root/modules-2.4.25-ben1.tar.gz
Der Kernel basiert auf den Kernelquellen von Benjamin Herrenschmidt.
Die Konfigurationsdatei für den Bootloader yaboot, /etc/yaboot.conf, editieren:
boot=/dev/sda1 fstype=raw partition=2 root=/dev/sda2 timeout=30 install=/usr/lib/yaboot/yaboot nonvram image=/vmlinux label=linux read-only
Dann mkofboot aufrufen, um den Bootloader zu installieren:
# mkofboot -v
Falls wir uns über die serielle Konsole einloggen wollen, muß in /etc/inittab die folgende Zeile entkommentiert werden:
T0:23:respawn:/sbin/getty -L ttyS0 9600 vt100
Damit ist das System nach dem nächsten Neustart über SSH und Konsole ansprechbar.
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